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⇝ Children of Restlessness ⇜

in Unisex 25.04.2021 18:42
von Hermes | 757 Beiträge
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NAME • ALTER • STANDORT • FACECLAIM

Hermes • Unerrechenbar • Aetos/Skylos/Athen • Aaron Taylor-Johnson




GÖTTLICHE EXISTENZ

[x] Gottheit der Reisenden, der Kaufleute, der Hirten und Diebe (usw.) • [ ] Halbgott, Kind von [...]

FÄHIGKEITEN

Hermes mag einer der 12 olympischen Götter sein, ist jedoch weitaus weniger mächtig, als so manche seiner Halbgeschwister. Zumindest, wenn man von weltbewegenden Kräften, wie jenen des Zeus ausgeht. Dennoch hat auch er seine Vorzüge:
Gott der Diebe und der Gymnastik ⤑ Zwar haben alle Götter die Fähigkeit schnell von einem Ort an den anderen zu gelangen, doch niemand von ihnen ist schneller als Hermes. Wenn er will verschwimmen seine Bewegungen selbst für die aufmerksamen Augen der anderen Götter und kaum verschwindet er an einer Stelle, da taucht er an einer anderen bereits wieder auf. Diese Geschwindigkeit zeigt sich außerdem in Hermes' Raffinesse und seinem Fingerspitzengefühl. Zu seiner Geschwindigkeit kommt auch noch Hermes Geschicklichkeit hinzu. Egal ob es darum geht sich wortwörtlich aus etwas herauszuwinden, in enge Räume zu schlüpfen oder seine Flexibilität auf dem Kampffeld zu beweisen, Hermes weiß, wie man sich bewegen muss.
Gott der Kunsthändler, Kaufleute und der Redekunst ⤑ Er weiß Worte zu seinem Zweck zu verwenden, sein diese nun wahr oder gelogen. Es fällt ihm leicht Geschichten zu spinnen, die andere dazu bringen an sein Lippen zu hängen. Egal ob diese Geschichte nun spannend oder das genaue Gegenteil davon ist. So gelang es ihm auch den Argus in den Schlaf und somit in den Tod zu langweilen.
Gott des Verkehrs, der Wege, Grenzen, Reisenden und Hirten ⤑ Hermes weiß zu jeder Zeit wo er sich befindet und wie er, oder andere von einen an einen anderen Ort gelangen können. Er benötigt weder Karte noch Kompass und ist im wahrsten Sinne des Wortes unfähig sich zu verlaufen.
Götterbote und Begleiter der verstorbenen Seelen ⤑ Mit seinem magischem geflügelten Heroldstab um den sich zwei Schlangen winden, führt Hermes die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt. Besagter Stab weißt Hermes zudem offiziell als Götterbote aus. Um diesen beiden Aufgaben nachgehen zu können, ist Hermes einer der wenigen Götter, die nach Belieben zwischen dem Olymp, der Welt der Sterblichen und den Tiefen des Hades wechseln kann.


PERSÖNLICHKEIT

Vom ersten Tag seiner Existenz an, gab es eine Sache, die Hermes mehr definierte als alles andere. Seine Liebe zur Freiheit. Nicht einmal einen Tag hielt er es in der kleinen Höhle, die seinen Geburtsort darstellte, aus. Er musste hinaus in die Welt, musste ungesehene Wege erkunden, den Boden unter seinen Füßen spüren und einfach nur laufen. Dort wo ihn seine Beine hintragen würden und dann ein Stück weiter.
Dieser Drang frei und ständig in Bewegung zu sein, spiegelt sich auch heute noch deutlich in seinem Verhalten wieder. Er ist ständig auf Trab, lässt sich nicht gerne lange an einem Ort festhalten und wenn er hin und wieder doch länger an einer Stelle bleiben muss, merkt man wie die Unruhe in ihm zu wachsen beginnt. Gerade deswegen ist es vermutlich kein Wunder, dass er sich, entgegen seiner Götterkollegen dafür entschied keinem, oder besser gesagt beiden der Camps angehörig zu sein.
Dazu trägt auch bei, dass er seiner Arbeit wegen nicht nur in einem Camp bleiben kann. Immerhin ist er ein Götterbote, der schon immer sowohl für seinen Vater Zeus, als auch seinen Onkel Hades gearbeitet hat.
Hermes genießt es freudige und freundliche Gesellschaft zu haben und nicht selten macht er selbst den ein oder andern Spaß, spielt einen Streich, oder lügt die Leute an, einfach nur um sich das Leben etwas zu versüßen. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht auch seine ernsten Seiten hat. Diese bekommt man allerdings meist in recht unangenehmen Situationen zu Gesicht. Entweder, wenn große Gefahren anstehen, denen selbst Hermes nichts positives entlocken kann oder aber, wenn man sich als Verstorbene Seele auf dem Weg in die Unterwelt befindet und Hermes einen an der Hand nimmt um einen auch auf dieser letzten Wanderung zu begleiten.

Hermes kann in vielerlei Gestalt und an vielerlei Ort erscheinen. Er ist der Anhalter, der dich ein paar Stunden lang köstlich unterhält. Der Mann, der am Tresen eines Highway Diners sitzt und sich mit dir über die Schlagzeile der täglichen Zeitung unterhält. Der Hotelier, der dir erlaubt in der Lobby zu bleiben, und auf einem der schicken Sofas zu schlafen, wenn du kein Geld für ein Zimmer hast.
Er ist der Mann, der dir hilft deine verlegten Wertgegenstände wieder zu finden und wenn er derjenige war, der sie zuvor entwendet hat, dann ist dem eben so.


SCHREIBSTIL

XXX


Hermes hatte die Angst vor der Unterwelt, die so viele Sterbliche und selbst so manchen Gott auf Schritt und Tritt verfolgte noch nie verstanden. Alles hatte ein Ende und warum sollte man Angst vor etwas haben, das unausweichlich war? Es war doch viel besser die Zeit, die man hatte zu nutzen, das Leben zu genießen und sich der kleinen Dinge zu freuen, anstatt in ständiger Furcht zu kauern und alles, was das Leben lebenswert machte zu verpassen. Vor allem, wenn man so wie er, nicht wusste, wie lange man überhaupt hatte. Allgemein gingen die Menschen und die meisten der Götter selbst davon aus, dass das Göttergeschlecht unsterblich wäre. Hermes jedoch sah das anders. Nur weil etwas noch nicht auf natürlichem Wege passiert war, hieß das nicht, dass es nicht noch geschehen könnte. Und wenn es so weit wäre, wollte er zufrieden gehen können, ohne irgendwelche verpassten Chancen. Nein, Hermes hatte keine Angst vor seinem Tod. Er hatte es nicht besonders eilig damit, aber fürchtete sich eben nicht davor.
Die junge Frau, oder viel mehr, die Seele der jungen Frau an seiner Seite, sah das anders. Sie zitterte am ganzen Leib, wobei man bei Seelen nie ganz sicher sein konnte, ob es nicht der Wind war, der durch sie hindurch fegte und blickte ihn aus großen Augen verunsichert an. Sie war an den Folgen eines Hausbrandes verstorben. Kein schöner Tod, ihre letzten Stunden mussten qualvoll gewesen sein, aber dennoch nicht der schlimmste, den Hermes zu Gesicht bekommen hatte. Auf den Schlachtfeldern dieser Welt hatte Hermes Tode gesehen, die selbst ihn erschaudern ließen. Aber das änderte nichts daran, dass die arme Frau leiden hatte müssen. Und trotzdem war sie eine der glücklichen. Man hatte ihren halb verkohlten Körper gefunden und beisetzen können und während Hermes sie durch das Meer an Seelen führte, hielt ihre Hand die Münzen, die man ihr mitgegeben hatte, fest umschlossen.
"Lass sie nicht sehen." Das hatte Hermes ihr geraten und sie hatte auf ihren gehört. Ihre eiskalte Hand, die die nicht an den Münzen festhielt, klammerte sich in seinen Arm. Hermes hatte früh gelernt jegliche Form des Mitleids für die Verstorbenen von sich abzuweisen. Nicht weil er ihnen Schmerz und Tod wünschte, sondern weil es ihn ansonsten in den Wahnsinn treiben würde. Deswegen ließ er sie seinen Arm festhalten ohne vor ihrer Berührung zu erschauern, wenn es ihr Zuversicht brachte, dann sollte es eben so sein.

Die Hand sollte sich erst von ihm lösen, als sie die Ufer des Styx erreicht hatten. Hier endete Hermes Weg, denn dies war Kharons Reich und Hermes passierte den Styx nur, wenn er wichtige Nachrichten für Hades oder dessen Gattin zu überbringen hatte. Die Reise der Frau jedoch hatte gerade erst begonnen. Auf ein aufmunterndes Nicken von Hermes hin legte die Frau die Münzen in die ausgestreckte Hand des Fährmanns. Dieser zog die Hand stumm zur Seite und gab den Weg frei. Hermes half der jungen Frau dabei in das Boot zu klettern, dass schon beinahe voll war und verabschiedete sich dann mit einem erneuten Nicken von Charon. Nun würde es nicht mehr lange dauern. Sobald sie die andere Seite des Flusses erreicht hatte, gehörte sie in Seine Welt. Sie würde ein Teil des Hades werden und jegliche Angst, die sie geplagt hatte, würde abfallen. Vermutlich gehörte sie zu den unzähligen Seelen, die ihren Platz auf dem Asphodeliengrund finden würden. Er war schon kurz davor wieder zu verschwinden, als ihm der Gedanke kam, dass er eigentlich auch warten und sehen konnte, ob er nicht jemanden fand, mit dem er sich ein paar Stunden herumtreiben konnte. Besser als auf den Olymp zu wandern, um nachzusehen, ob Zeus nicht vielleicht eine Nachricht hatte, die dringend übermittelt werden musste war es auf jeden Fall.
Also beförderte er sich etwas abseits der stöhnenden Seelen an einen ruhigeren Platz und wartete darauf, das ein bekanntes Gesicht vorbeischaute. Der Styx, anders als man meinen mochte, konnte ein Ort sein.geschäftiger
Tatsächlich brauchte er nicht allzu lange zu warten. Auch war nicht er es, der jemanden mit dem er sich unterhalten konnte entdeckte, nein er wurde viel mehr selbst entdeckt. Hermes hatte kaum Zeit sich auf den Ruf seines Namens hin umzudrehen, da stand Macaria auch schon vor ihm. Die Arme zu einer Umarmung erhoben und ein Lachen auf dem Gesicht. Hermes ließ sich nicht bitten. Er drückte die junge Göttin an sich und ließ sie erst wieder los als sie zu sprechen begann.
"Vermisst? Mich? Meine Liebe, du schmeichelst einem alten Rumtreiber wie mir. Und hier glaubte ich, du wärst es leid diese Visage zu sehen." Hermes zwinkerte ihr mit einem aufgewecktem Grinsen auf den Lippen zu und musste dann tatsächlich überlegen. "Ich befürchte, dass nicht sonderlich viel passiert ist, seit ich das letzte Mal hier war." Das stimmte so nicht ganz. Natürlich war einiges in der Welt der Menschen geschehen, das Macaria womöglich interessiert hätte, aber wenn man so viel Zeit unter den Menschen verbrachte, wie Hermes es tat, passierte es hin und wieder, dass man wichtig von unwichtig nicht mehr so ganz zu unterscheiden mochte. Oder, was in Hermes Fall häufiger vorkamen, den unwichtigen Sachen zu viel Importanz zuschrieb, während die scheinbar bedeutenden Dinge in den Hintergrund rückten.
Macaria allerdings hatte ihm eindeutig einiges zu sagen, denn kaum hatte er sich versehen, da hatte sie ihn schon zu einem kleinen schwarzen Felsen geführt. Hermes lehnte sich vor um zu sehen, wovon sie da sprach. Der Edelstein funkelte farbenfroh und Hermes fand sich wie verzaubert von dem kostbaren Mineral.
"Er sieht beinahe aus wie ein Stern, findest du nicht?", fragte er nachdenklich und ging ein wenig in die Hocke um einen anderen Blickwinkel auf den Edelstein zu erhaschen. Hermes mochte die Sterne und die Bilder die sie in den Himmel zeichneten. Doch noch mehr mochte er das, was zwischen ihnen lag. Diese Leere. Dieser Raum unbegrenzter Möglichkeiten, der nur darauf wartete, mit Leben erfüllt zu werden.


Hermes öffnete die Augen. Warmes Licht filterte durch den Eingang der Höhle und kitzelte ihn an der Nase. Er unterdrückte ein Niesen. Von seiner Wiege aus konnte er nicht erkennen was außerhalb der Höhle lag, aber alleine das Wissen, dass dort draußen mehr was als er hier in seinem kleinen Zuhause kennen gelernt hatte, füllte den Jungen mit Erwartung. Erwartung, die ihn zu Tatendrang anstachelte und jeglichen Gedanken daran ruhig liegen zu bleiben zunichte machte.
'Bleib in der Höhle', das hatte seine Mutter, die Nymphe Maia ihm eingebläut. 'Nur hier bist du sicher vor Heras Zorn!' Hera. Die Gattin des Zeus, jenem Gottes der Hermes Mutter geschwängert hatte. Maia hatte ihrem Sohn davon erzählt, dass der Eifersucht der Göttin keine Grenzen gesetzt waren und, dass sie den Liebhaberinnen und unehelichen Kindern ihres Göttergatten nicht freundlich gesinnt war. Aber Hermes warf diese Warnungen in den Wind. Was sollte Hera ihm schon antun? Er war klein und flink, sie würde ihn nicht einmal bemerken. Und tatsächlich sollte es nicht Hera sein, die Hermes zum Verhängnis werden würde, aber davon ahnte der Junge zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Mit einer Geschicklichkeit die nur ein junger Gott aufbringen konnte, kletterte Hermes aus der Wiege und ließ seinen Blick abermals durch die Höhle streifen. Seine Mutter lag neben ihm auf einem Weidengeflecht und schlief tief und fest.
Es war kein Wunder, dass die Tochter des Atlas erschöpft war. Immerhin hatte sie ihren göttlichen Sohn erst an diesem Morgen auf die Welt gebracht. Es war gut, dass Hermes sie für seine Erkundungen nicht zu wecken brauchte. Allerdings musste er schnell feststellen, dass es in seinem felsigen Zuhause gar nicht allzu viel zu erkunden gab und sobald er sich mit jeder Spalte und jedem Kiesel vertraut gemacht hatte, wanderte seine Aufmerksamkeit erneut zum Mund der Höhle. Dort klaffte es, wie ein riesiger Schlot, in dessen Untiefen der Tag als loderndes Feuer glühte.
Der junge Gott warf einen letzten Blick auf seine schlafende Mutter, bevor er sicheren Schrittes auf den Eingang, der vielmehr ein Ausgang war, zuhielt, schneller und schneller wurde und schließlich und urplötzlich im Freien stand.
Für den Hauch eines Momentes hielt Hermes inne. Kein Donnerkeil seines mächtigen Vaters schoss vom Himmel herab, auch erschien ihm nicht Hera vor Wut tobend und bereit ihn zu vernichten noch bevor seine Existenz richtig begonnen hatte. Stattdessen war da nur eine Schildkröte, die gemütlich an einem Blatt herumkaute und ihn keine Blickes würdigte.
Das gefiel dem jungen Gott ganz und gar nicht. Er plusterte sich zu seiner vollen Größe auf, packte die Schildkröte an ihrem harten Panzer und als er ihre Aufmerksamkeit hatte, ließ er einen Stein, den er am Wegesrand aufgelesen hatte, auf sie herabfahren. Die Schildkröte verstarb augenblicklich und Hermes, der sich seiner eigenen Kraft bis zu jenem Moment noch nicht gänzlich bewusst gewesen war, blickte für einen Moment nachdenklich auf ihren Leichnam hinab. Dieser Moment hielt jedoch nicht lange. Nur ein paar Augenblicke blieb er unentschlossen stehen, eh er das unglückliche Tier aufhob und in seine Tasche steckte. Er würde schon etwas mit ihr anfangen können. Er wusste nur noch nicht was.

Sein Weg führte Hermes weiter. Irgendwann zwischen dem Totschlag der Schildkröte und nun hatte er sich dazu entschlossen nach Pieria zu gehen. Doch bis dort sollte er an diesem Tag nicht kommen. Er wanderte nach Norden, der Berg Kyllene, aus dem er stammte, in seinem Rücken und während ihn seine Füße mit scheinbar beflügelten Schritten vorwärts trugen, begann sich die Sonne zu seiner linken langsam aber sicher zu senken. Es dauerte nicht lange, da bemerkte er eine Herde von Rindern und da es langsam Abend wurde bemerkte er außerdem, wie hungrig er war.
Die Herde Rinder kam daher wie gerufen, doch als sich Hermes ihnen näherte, bemerkte er den alten Winzer. Dieser war in der Nähe der Rinder zugange und als Hermes sich zu ihm gesellte und ihn fragte, wem die Ringe gehörten, erfuhr der junge Gott, dass es sich bei ihnen um die heiligen Rinder des Apollon handelte.
Hermes spürte die Aufregung in sich hochsteigen. Die Rinder eines beliebigen Hirten zu stehlen war eine Sache, aber die Rinder seines eigenen Bruders zu entwenden, ein Bruder, der zu allem Überfluss auch noch ein Gott war, das war etwas vollkommen anderes. Das war eine Herausforderung.

Zunächst galt es etwaige Zeugen zu limitieren. Immerhin konnte er es nicht gebrauchen, dass sein Diebstahl auffiel, weil irgendein Sterblicher zu Apollon rannte und ihm die ganze Sacher erzählte. Außer dem Winzer war allerdings niemand zu sehen und da Hermes nichts hatte mit dem er den Mann bestechen konnte, musste er sich der zweitbesten Möglichkeit die ein Gott hatte bedienen. Drohungen. Sollte der Winzer ihn verraten, hätte Hermes keine andere Wahl als ihn dafür zu bestrafen. Das würde er doch sicherlich verstehen. Besagter Winzer zögerte nicht dem jungen Gott zu versichern, dass sein Geheimnis bei ihm sicher war und Hermes, der sich damit zufrieden fand, machte sich an die Arbeit.
Er brachte die Rinder dazu rückwärts in eine nahe gelegene Grotte zu laufen, so führten ihre Spuren nicht in die Grotte hinein, sondern daraus hinaus. Damit seine eigenen Fußabdrücke ihn nicht verrieten band er sich selbst Weidengeflechte unter die Füße und verwischte so seine Spuren. Allerdings hatte er jetzt ein Problem. Die Rinder waren in der Grotte, der Winzer würde stillschweigen bewahren und an sich hatte sein Plan reibungslos funktioniert, aber das war Hermes leider nicht anstrengend genug gewesen. 50 Tiere standen, etwas verdattert, um den jungen Gott herum. Er suchte sich die beiden best genährten aus und, nachdem er noch einmal sicher gestellt hatte, dass die Grotte gut versteckt warne, schlachtete er die beiden Tiere. Dabei opferte er eins den Göttern, so wie es sich gehörte, während er das andere für sich behielt. Dieses briet er über einem Feuer, dass er entzündet hatte und während er mit vollem Magen neben den lodernden Scheiten saß fiel sein Blick auf die Eingeweide, die übrig geblieben waren.

Ihm fiel die Schildkröte wieder ein, die noch immer in seiner Tasche steckte und dort langsam vor sich hinverwehste. Er zog das verendete Tier hervor und betrachtete es für einen kurzen Moment. Eine Idee machte sich langsam aber sicher in seinem Kopf bemerkbar. Zunächst entfernte er das Fleisch und die Innereien des Tieres, dann die überflüssigen Knochen, bis ihm schließlich nur noch der ausgehöhlte Panzer blieb. Diesen reinigte er im Wasser eines nahe gelegenen Bächleins.
Dann reinigte er die Innereien und band sie zu sieben festen Strängen zusammen, einen für jede Tochter des Atlas, und spannte diese schließlich über den Hohlraum des Panzers. Und ohne, dass er es wirklich geplant hatte, entstand somit die erste Lyra.
Inzwischen war es Nacht geworden. Hermes machte sich, auf seinem neuem Instrument spielend auf den Rückwind und während der Mond über den Himmel kroch, kroch der junge Gott zurück in seine Wiege und legte sich schlafen. Als wäre nie etwas passiert.

Am nächsten Morgen erwachte Hermes nicht wie am Tag zuvor wegen der Sonne, die ihn aus dem Schlaf kitzelte, sondern wegen der lauten und vor allem erzürnten Stimme seines Bruders. Apollon war gekommen um Hermes zur Rede zu stellen und während der junge Gott genervt mit den Augen rollte, verwandelte sein unterdrückter Zorn, den Winzer, der offensichtlich geplaudert hatte, zu Stein.
Lange konnte er allerdings nicht über die Strafe, die er dem Mann auferlegte nachdenken, denn schon im nächsten Moment hatte sich Apollon an Maia vorbei gedrückt, die nicht verstehen konnte was hier gerade passierte, Hermes am Arm gepackt und ihn ordentlich durchgeschüttelt.
Das, was Hermes als nächstes tat, half niemand. Er zuckte mit den Schultern, grinste den erzürnten Gott unschuldig an und meinte dann gelassen. „Du hast deine Rinder verloren? Tut mir leid, ich wurde erst gestern geboren. Ich weiß leider nicht einmal was Rinder sind.“

Davon wollte Apollon nichts wissen. Mit einem erzürnten Schnauben, riss er den Jungen aus der Wiege und es kam, wie es kommen musste, er zehrte ihn vor Zeus. Hermes hatte sich gefragt, wie er wohl seinem Vater das erste Mal begegnen würde und auch wenn er nicht damit gerechnet hatte, dass es so passieren würde, konnte er nicht behaupten, dass er sonderlich nervös war. Er würde schon einen Weg aus dieser Zwickmühle finden. Er musste sich nur etwas einfallen lassen.
Zeus zeigte sich gnädig. Oder zumindest amüsiert, denn während Hermes ihm und Apollon mehr und mehr Lügen, über den vergangenen Tag und ob er denn nun wüsste wo sich die Rinder befänden, hörte er nur mit einem beinahe schon gutmütigen Lächeln auf den Lippen zu.
Da hatte Hermes eine weitere Idee. Während er sprach, gestikulierte und erzählte, stahl er sich näher und näher an Apollon heran. So abgelenkt von seinen Worten, waren Bruder und Vater, dass keiner von ihnen bemerkte, wie Hermes erst den Bogen und schließlich den Köcher voll Pfeilen von Apollons Rücken entwandet.

Doch nichts hält ewig und kurze Zeit später hatte Zeus genug von den Geschichten die sein Sohn ihm da auftrug. Mit machtvoller Stimme befahl er Hermes die Rinder zurück zu geben, damit das alles endlich ein Ende finden würde, aber so leicht, wollte sich der Dieb nicht geschlagen geben.
Im letzten Moment fiel ihm die Lyra und Apollons affinität zu Musik ein und da er sich nicht anders zu helfen wusste, zog er das Instrument aus seiner Tasche und begann darauf zu spielen. Er war bei weitem nicht so geschickt mit Instrumenten, wie andere Götter, aber es gelang ihm, seiner Erfindung einig reizende Töne zu entlocken.
Dass dachte offenbar auch Apollon, denn während er der betörenden Musik lauschte, war er so begeistert, dass er sich ohne lange darüber nachzudenken auf den Vorschlag, man könne doch die Rinder gegen die Lyra eintauschen, einging,
Letzten Endes ließ sich Hermes auch dazu breitschlagen den Köcher und Bogen zurück zu geben, gegen eine entsprechende Gegenleistung, verstand sich. Aber das ist eine andere Geschichte.
WAS SEITDEM GESCHAH:
Hermes war nie jemand, der lange still hielt und so trieb er sich schon früh weit außerhalb der grenzen, die Griechenland einem boten herum. So war es nicht verwunderlich dass er in späteren Jahren häufig bei fahrenden Völkern, wie den Roma und Sinti aber auch verschiedenen Nomadenstämmen Afrikas anzutreffen warf. Er liebte es, sich unter die Menschen zu mischen, Zeit mit ihnen zu verbringen und von ihnen das einfache, sterbliche Leben zu lernen. Dadruch vernachlässigte er jedoch nicht seine Pflichten. Immer, wenn Zeus ihn zu sich rief, war er zur Stelle. Bereit eine Nachricht zu überbringen oder einen Halbgott zu führen. Egal wo hin und egal zu welcher Tageszeit. Aus diesem Grund entscheid er sich auch dagegen sich einem der Camps anzuschließen. Nicht weil er über den Wetten der anderen Götter stand, sondern weil er sich selbst schon immer als Vermittler zwischen ihnen angesehen hatte.
Wenn man versucht Hermes spur durch die Geschichte zu verfolgen wird einem dies nicht leicht fallen. Nicht weil er gut darin war sich vor den Augen der Zeit zu verstecken, sondern wegen des genauen Gegenteils. Wo man auch hinblickt, Hermes scheint dort gewesen zu sein. Mal länger, so wie in den Kommunen der Hippie Bewegung, mal kürzer.



Are you the one I'm looking for?


Der Sommer 1970. Es war warm, wild und während die Gegenkultur in den Vereinigten Staaten langsam auf ihr Ende zuschritt und die jungen Erwachsenen aus den Kommunen in ihre elterlichen Häuser zurückkehrten, drehte das Vereinigte Königreich erst richtig auf. Das Isle of Wight Festival hatte schon in den beiden vorherigen Jahren stattgefunden, doch dieses Jahr sollte es in die Geschichte eingehen. Zwar liegen keine genauen Daten vor, doch es wird angenommen, dass zwischen 600.000 und 700.000 Menschen daran teilnahmen. Einer dieser Menschen war Cassandra McLeod. Sie war jung und wild und es gab niemandem von dem sie sich sagen ließ, was sie zu tun oder zu lassen hätte. Sie war alles, was Hermes an einem Menschen anziehend fand. Hermes verbrachte fünf Tage mit der jungen Frau. Fünf Tage, in denen er sich Hals über Kopf in die Sterbliche verliebte. Und als das Isle of Wight Festival am 30. August jenen Jahres sein Ende fand, bemerkte Hermes bestürzt, dass er die Gefühle, die er für Cassandra entwickelt hatte, nicht einfach so ablegen konnte, wie er es ursprünglich vorgehabt hatte, als er sie zuerst getroffen hatte.
Beinahe drei Jahre gelang es ihm seine Liebe zu der jungen Frau zu unterdrücken und sich von ihr und der Tochter, die er mit ihr gezeugt hatte, fernzuhalten. Beziehungen wie jene, die sein Herz anstrebte, endeten nie gut und Sterbliche, die sich auf Dauer auf einen Gott einließen, wurden häufig frühzeitig mit dem Tod konfrontiert.
Obwohl Hermes all dies wusste, konnte er schließlich, nach Jahren, in denen er sie aus der Ferne beobachtet hatte, nicht mehr an sich halten. Er traf sie in einem Park wieder und während Cassandra die Wahrheit über den Mann lernte, den sie vor all der Zeit getroffen hatte, stellte sich Hermes seiner jungen Tochter vor. Vielleicht war es Wahnsinn, der Cassandra trieb, vielleicht hatte einer der zahlreichen Liebesgötter seine Hände im Spiel, doch so oder so, sie beschloss Hermes, als Partner anzunehmen und wenige Monate nach ihrem erneuten Treffen, kam das zweite Kind, dieses Mal ein Junge, aus ihrer Vereinigung, auf die Welt.
Hermes war nicht täglich oder wöchentlich für die beiden Kinder da, hegte aber doch regen Kontakt zu den beiden und ihrer Mutter, die er bis zu ihrem Tod vor 8 Jahren, vollen Herzens liebte. Anders als viele andere Halbgötter wuchsen die beiden im Wissen darüber auf, um wen es sich bei ihrem Vater handelte. Auch wenn ihnen früh beigebracht wurde, dass sie nicht mit anderen darüber reden sollten. Auch heute hat Hermes noch relativ regen Kontakt zu den beiden. Zwar wäre es falsch zu behaupten, dass er sie seinen anderen Kindern gegenüber bevorzugt, immerhin behandelt er sie eher wie gute Freunde, als Blutsverwandte, aber das liegt eher an der Einstellung die viele Götter ihren eigenen Halbgottkindern gegenüber haben.


"A lone boy on the highway
You think "that could be me."
But you were born a woman and you'll never be that free
The glass cracks in the ceiling and women swell with pride
But when a woman breaks the rules
The world's not on her side!"


Wer glaubt, dass alle Kinder des Hermes diebische Elstern sind, die nicht still sitzen können, der hat seine Rechnung ohne Constance McLeod gemacht. Sie wuchs, gemeinsam mit ihrem Bruder in England auf und als es an die Zeit kam sich für eines der beiden Camps zu entscheiden, wusste sie sofort wohin sie wollte. Skylos. Die Stadt in Amerika, von der sie sich so einiges erhoffte. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war vieles, gewiss aber das was ihr von ihrer eigenen Mutter schon früh mit auf den Weg gegeben worden war. Sie hatte bereits als Kind gelernt, dass man sich als Frau in dieser Welt, Halbgott hin oder her, durchschlagen können musste. Man musste ein genaues Ziel vor Augen haben und einen Weg wählen, der einen genau dahin bringen würde, wo man hinwollte. Sie hatte schon immer das Gefühl, dass sie sich nicht so viele Freiheiten erlauben konnte, wie ihr Bruder oder andere Männer es konnten. Das war ihr von der Welt und ihrer Grausamkeit beigebracht worden.
Allerdings sollte sie diese Einstellung weit bringen, denn sie ist es, die neben @Hades höchstpersönlich die Buchhalterin von Skylos ist. Die Buchhalterin neben dem Gott der Toten zu sein, ist etwas, dass sie sich in ihren jüngeren Jahren bestimmt nicht vorgestellt hätte, doch zumindest hat sie dadurch einen gewissen Respekt, der ihr in Skylos gezollt wird.



NAME • ALTER • STANDORT • STATUS

Constance McLeod [Name ist änderbar] • 49 Jahre • Skylos • Frei

BEZIEHUNG

Hermes ist Constances Vater

FACECLAIM-VORSCHLAG

Cate Blanchett



GÖTTLICHE EXISTENZ

[ ] Gottheit von [...] • [x] Halbgott, Kind von [Hermes]

FÄHIGKEITEN

Constances Fähigkeiten und wie sie diese nutzt, liegen ganz in deinem Ermessen. Solltest du ein wenig Hilfe benötigen, können wir natürlich gerne gemeinsam nach etwas passendem suchen.


PERSÖNLICHKEIT

Constance ist eine ernste Frau, die weiß was sie will und weiß wie sie diese Sachen erreicht. Zumindest auf den ersten Blick, denn auch wenn es stimmt, dass sie sehr dynamisch sein kann und viel Wert auf ihr Können und ihre Ziele legt, sie ist sie doch eine erstaunlich verspielte Persönlichkeit, die gerne zu Spaßen und Feiern aufgelegt ist. Sie weiß jedoch Arbeit von Freizeit zu trennen und wenn sie einmal in ihrem Element ist, ist es schwer sie wieder daraus hervor zu bekommen.

"I was told a million times
Of all the troubles in my way
Mind you grow a little wiser
Little better every day
But if I crossed a million rivers
And I rode a million miles
Then I'd still be where I started
Bread and butter for a smile"


Viele Orte haben ihre komischen Käuze. Ihre Einsiedler und Personen, denen die meisten Leute aus dem Weg gehen würde. Diejenigen, die als seltsam oder anders bezeichnet werden und vor denen Kindern aus welchen Gründen auch immer Angst zu haben scheinen. Aetos hat Colton McLeod. Aufgewachsen in England, wo er seine Kindheit mit seiner älteren Schwester verbrachte, liebte er es schon immer an der frischen Luft zu sein. Und als Iris ihn mit 15 Jahren vor die Wahl stellte, folgte er Constance nicht nach Skylos. Er entschied sich in die Siedlung zu ziehen. Er wollte seine Ruhe vor allem und allen die sein Interesse nicht wecken konnten. Deswegen ist es auch wenig verwunderlich, dass er sich, nachdem er seine Ausbildung in der Arena abgeschlossen hatte, noch ein wenig mehr zurückzog. Eine Hütte am Rande der Siedlung wurde zu seiner Heimat und eine Herde von Schafen, die Aetos Wolle, Milch und Käse lieferte, seine Aufgabe.
Er mag ein wenig eigen sein, doch ist er keines Falls unfreundlich oder den anderen Bewohnern der Siedlung feindlich gegenüber eingestellt. Nein, er braucht einfach nur von Zeit zu Zeit seinen Freiraum. Wer Colton eine Chance gibt und über die vielen Gerüchte, die über ihn im Camp kursieren, hinweg sieht, wird bemerken, dass er ein gutes Herz hat und ein erstaunlich zuvorkommender Gastgeber sein kann.



NAME • ALTER • STANDORT • STATUS

Colton McLeod [Name ist änderbar] • 46 Jahre • Aetos • Frei

BEZIEHUNG

Hermes ist Coltons Vater

FACECLAIM-VORSCHLAG

Andrew Lincoln



GÖTTLICHE EXISTENZ

[ ] Gottheit von [...] • [x] Halbgott, Kind von [Hermes]

FÄHIGKEITEN

Coltons Fähigkeiten und wie er diese nutzt, liegen ganz in deinem Ermessen. Solltest du ein wenig Hilfe benötigen, können wir natürlich gerne gemeinsam nach etwas passendem suchen.


PERSÖNLICHKEIT

Colton ist ein sehr ruhiger und introvertierter Mann, der es weiß den Frieden des alleine Seins zu schätzen. Er kann ein wenig eigenbrödlerisch wirken ist eigentlich aber ein guter Mann, der niemanden stören möchte, selbst im gegenzug aber ebenfalls nicht gestört werden will. Er meidetet soziale Kontakte nicht vollkommen und kann ein sehr freundlicher und lustiger Geselle sein, möchte aber stets selbst entscheiden können wann und vor allem wie lange er sich mit wem abgibt.


What's left to say?

WÜNSCHT DU DIR EINE SCHREIBPROBE?

[ ] Probeplay • [ ] Neuer Post • [ ] Alter Post • [ ] Kein Post • [x] Entscheidung bei Bewerbung

WEITERE ANMERKUNGEN

Hallöchen, lieber Interessent.
Es freut mich, dass du dir dieses Gesuch bis hier durchgelesen hast. Vielleicht hat dich ja sogar einer der beiden Charaktere angesprochen und du möchtest ihn oder sie übernehmen. Das würde mich natürlich umso mehr freuen.
Was die Geschichten und Beschreibungen angeht, habe ich mich absichtlich ein wenig kurz gehalten, da ich dir zu viel Freiraum wie möglich geben möchte um dich und deine Ideen zu entfalten. Das bringt mich auch direkt zu einem der beiden Punkte, die ich hier noch ansprechen möchte. Ich bin jemand der sehr gerne plottet. Das bedeutet, dass wir, wenn du Ideen hast, die du anbringen möchtest, sowohl vor deiner Bewerbung als auch danach über alles reden können. Ich bin auf jeden Fall bereit auf - so gut wie - alles einzugehen. Der andere Punkt ist, dass ich mir wünschen würde, dass du aus den paar Dingen, die ich angegeben habe, einen facettenreichen Charakter schaffst, der nicht nur auf die Verbindung zu Hermes angewiesen ist, sondern auch ohne diese stehen kann.
Alles in allem ist das eigentlich alles, was ich zu sagen habe.
Ich freue mich schon sehr auf dich und deine Ideen.
Liebe Grüße, The Messenger


    

Hades wirft ein Auge darauf
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